
Gymnasium feiert mit Revue
Kind der 68er feiert Geburtstag
Lehrer und Schüler schwelgen in Erinnerungen
Burgdorf. Das Lied kennen alle. "Hurra, hurra, die Schule brennt" sang die Band Extrabreit in einer Zeit, als ein großer Teil des Kollegiums noch selbst die Schulbank drückte. Und natürlich hält sich so ein Text in Pennälerkreisen bis in alle Ewigkeit. Doch für viele werden die Bilder, die heute Abend auf der Leinwand der Aula zu dem Lied gezeigt werden, neu sein: Das Gymnasium Burgdorf steht in hellen Flammen.

15 Jahre ist es her, dass die Turnhalle einem Großbrand zum Opfer fiel. Spektakulär genug, dass seinerzeit Einsatzkräfte und Schulbedienstete zur Filmkamera griffen. Nun gehören die Aufnahmen zu einer Geschichtsstunde, wie es in der Ankündigung der Revue heißt mit dem Zusatz: "40 Jahre und kein bisschen leise". Rahmen der Revue ist eine Geschichtsstunde im Jahre 2048. Schüler müssen im Unterricht über den ersten 40 Jahren Jugendkultur schwitzen: Hippies, Punker, Rocker - und immer mittendrin, ihre Schule.
Beteiligt an dem Mammutprojekt waren diverse Arbeitsgemeinschaften und Klassenverbände sowie technisch versierte Mitstreiter aus dem Johnny B., das 2008 ebenfalls seinen 40. Geburtstag feiert. Die Fäden liefen bei der Englisch- und Geschichtslehrerin Wiebke Schwarzrock und der von ihr geleiteten Jubiläums-Arbeitsgemeinschaft zusammen. Mit den Musik-Kollegen Matthias Brandt und Julia Koppen entstanden ein Theaterstück, eine Liedsammlung und ein technisch aufwendiges Rahmenpaket, das wenigstens für die Tage bis zu den Sommerferien von einer mehrteilige Ausstellung im Schulgebäude begleitet wird. Ob die Exponate auch zur Einschulungsfeier im August aufgebaut werden, sei offen, sagt Schwarzrock. Die in den Ferien angesetzte Elektro-Sanierung mache es unmöglich, sie einfach stehen zu lassen.
Nur eines mussten die Organisatoren der Schule schuldig bleiben: einen Namen. Dabei gab es schon vor langer Zeit einen Fürsprecher. Der erste Schulleiter, Johann-Georg Krogel, bat in seiner Abschiedsrede darum, der Schule doch einen Namen zu geben. "Das wollen wir, aber die Zeit ist noch nicht reif", sagt Schwarzrock. Dies habe auch eine Umfrage unter Schülern und Lehrern ergeben: "Wir wollen erst unser Profil und unser Programm weiter ausarbeiten, um dann auch den wirklich richtigen Namen zu finden." Schwarzrock hat dies Krogel, der morgen zum Festakt kommen wird, berichtet. "Er hat uns zugestimmt."
Karten für die Revue am Donnerstag, 18 Uhr, sowie am Sonntag, 16 Uhr, gibt es für 2,50 Euro. in den Pausen in der Schule sowie im Vorverkauf bei Bleich, Braunschweiger Straße. Der Festakt beginnt am Freitag um 11 Uhr, um 13.30 Uhr schließt sich ein Schulfest an.
HAZ vom 03.07.08

40 Jahre ist es her, dass Johann-Georg Krogel als erster Schulleiter des Gymnasiums Burgdorf die ersten Schüler empfing. Gestern ließen geladene Gäste zur 40-Jahr-Feier die Zeit vor, während und nach der Geburtsstunde des Gymnasiums Revue passieren.
Von Saskia Ahrens
Burgdorf. "Als wir 1968 zum Gymnasium kamen, gab es keine Percussion-AG, die auf Tischen, Tafeln und Eimern trommelte", sagte ein Schüler des ersten Jahrgangs, Wolfgang Brandes, in seinem Grußwort. Er bezog sich dabei auf einen Musikbeitrag von Schülern. "Wir brauchten die Eimer, um das Wasser aufzufangen, das von den Dächern des Flachdaches tropfte."
Nicht nur die Räume, auch viele Lehrstrukturen haben sich in den 40 Jahren verändert. "Der erste Abiturjahrgang hatte 13 Absolventen", sagte Johann-Georg Krogel, der erste Schulleiter des Gymnasiums Burgdorf. Das gestattete den Schülern damals eine exklusive Unterrichtssituation. Vor allem zeitnahe Veränderungen sind auch Schülern von heute nicht ganz recht. "Ich finde das Profilsystem nicht so gut, da ist man sehr eingeschränkt", sagte die Zwölftklässlerin Julia Heymann.
Den Wandel des Zeitgeistes machten auch die Reden der geladenen Gäste deutlich. Dabei griffen diese weit in die Vergangenheit zurück, und so kamen Schiller, Kafka, Kant und Co. durch die verschiedenen Referenten zum Thema Bildung zu Wort.
Auch die Schüler hatten sich für diesen Anlass ins Zeug gelegt. So konnten sich Besucher im Schokokussweitwurf, beim Kirschtauchen und an der Erbsenkaputthaumaschine versuchen. "Die Schüler haben großen Einsatz gezeigt und ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt", lobte Lehrerin Birgit Kühnen. Am Sonntag dürfen sie sich noch einmal bei der Revue beweisen. Karten gibt es an der Abendkasse.
HAZ, 05.07.2008
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Gymnasiums am Berliner Ring können Schüler, Eltern und Lehrer hautnah erleben, was sich in vier Jahrzehnten an der Schule zugetragen hat. Zahlreiche Stellwände und Tafeln mit Kunst, Erinnerungen, Fotos und Klassenfahrtrückblicken laden nicht nur die Schüler zum Nachdenken und Fachsimpeln ein.
Kaum hat die Glocke die Pause angekündigt, scharen sich die Jugendlichen um Stellwände und Vitrinen. Sie zeigen Interesse an der Geschichte und können sogar sehen, wie einige ihrer Lehrer einst ausgesehen haben. "Wir versuchen gerade, Lehrer zu erkennen", sagt Paula Müsse, und zeigt auf ein altes Foto in Schwarz-Weiß, auf dem turnende Lehrkräfte zu sehen sind. "Die sind zum Teil bereits im Ruhestand", sagt sie. "Manche kenne ich gar nicht." Anabelle Thies fügt hinzu: "Wir haben zum Jubiläum drei Sprayplatten im Kunst-Leistungskurs erstellt." Diese überdimensionalen Platten zeigen historische Ereignisse. mbl
HAZ, 05.07.2008
Nach dem Festakt und dem Schulfest mit dem Titel "40 Jahre und kein bisschen leise" bleibt am Gymnasium nur eine Frage: Wie ist das noch zu steigern, wenn die Schule 2018 ihren 50. Geburtstag begeht?
"Wieso eigentlich nur bis 2008 - gab es danach keine Jugendkultur mehr?" - Im Bühnenstück bekamen Schauspieler und Publikum auf diese Frage keine Antwort. Es waren die drei Stunden Revue, die in der voll besetzten Aula des Gymnasiums für die Antwort standen: Wenn mehr als 100 theater-, tanz- und gesangsbegeisterte Jugendliche auf der Bühne nicht genug Kultur sind, was dann?
Es ist das Jahr 2048: Sieben Schüler der Oberstufe sollen anlässlich des 80-jährigen Bestehens ihrer Schule herausfinden, was es mit der Jugendkultur in den ersten 40 Jahren nach 1968 auf sich hat. Das Publikum hatte jede Menge Spaß, vor allem wegen des guten Zusammenspiels von Chor (Gerald Splitt), Band (Matthias Brandt), Schauspielern (Julia Koppen), Tanzgruppen und Solosängern. Viel Unterstützung etwa bei der Technik gab es vom Johnny B. nea
HAZ, 05.07.2008