Die meisten der 16 Darsteller der neu gegründeten Theater-AG im Burgdorfer Gymnasium haben noch nie auf der Bühne gestanden. Aber den Aberglauben der alten Hasen haben sie jetzt schon. Dass die Generalprobe zu ihrem Stück "Der Glücksbringer" gut verlaufenfen sei, habe ihnen Sorge bereitet, berichtete Regisseurin Christa Reinicke von der Stimmung vor der Premiere am Freitag.
Die Deutsch- und Englischlehrerin hatte die vor einiger Zeit eingeschlafene AG wieder zum Leben zu erweckt und Schüler aus den Klassenstufen acht bis elf um sich geschart. Mit Bedacht hatte sich die Pädagogin, die, wie sie eingestand, nur die Qualifikation einer passionierten Theatergängerin habe, für die Mittelstufe entschieden, denn in den oberen Jahrgängen gebe es ohnehin das Fach Darstellendes Spiel.
Für ihre erste gemeinsame Arbeit hat sich die Theater-AG den österreichischen Volkssatiriker Johann Nestroy ausgesucht. Seine 160 Jahre alte Posse "Der Talisman" wurde auf das Burgdorf des 21. Jahrhunderts umgemünzt, also hieß der Bürgermeister Albert Reibax (sehr schwungvoll: Artur Wachtel). Den sprachlich anspruchsvollsten Part bewältigte Michael Gieseler als Titus sehr textsicher, und als komischer Koch hatte Sören Wilke die meisten Lacher auf seiner Seite.
Ausgerechnet in der Premiere klappte ein Kostümwechsel nicht, und die Schauspieler auf der Bühne hingen. "Das Publikum hat sehr liebevoll reagiert", beschrieb Reinicke den spontanen Überbrückungsapplaus der rund 120 Zuschauer, tz