vom 14.03. bis 18.03. 2005
Unsere im Schuljahr 2003/04 neu gegründete Theater-AG am Gymnasium Burgdorf unter der Leitung von Frau Reinicke hat sich nach dem ersten Erfolg mit der Komödie "Der Glücksbringer" in diesem Schuljahr 2004/05 zum Ziel gesetzt, die "Hexenjagd" von Arthur Miller aufzuführen.
Die Premiere soll am 01. Juli in der Aula des Gymnasiums Burgdorf sein.
24 Schüler/innen aus den Jahrgängen 8 bis 12 machten sich zur Vorbereitung der Aufführung auf den Weg nach Müden zu einer Woche Theater-Freizeit, in der das neue Stück vormittags, nachmittags und abends geprobt werden sollte. Wieder begleitete uns Herr Borstelmann, seit November 2003 Referendar an unserer Schule.
Der Montagmorgen war vergleichsweise ruhig und gemütlich. Obwohl ich jeden Montag zur Zweiten muss, war es doch eine Erleichterung zu wissen, dass an diesem Montag keine Schule war.
Nachdem die Sachen in den Autos verstaut waren, begann die Fahrt nach Müden an der Oertze.
Die Zeit verging dank einiger Gespräche recht schnell, und schon standen wir mit unseren Taschen in der großen Eingangshalle der Jugendherberge. Sie war aus roten Ziegeln gemauert, und gegenüber der Tür war die Rezeption, ein großer Tresen aus hellem Holz mit einer kleinen Stufe davor. Auf dem Tresen selbst lagen Informationen zur Umgebung und der Jugendherberge selbst.
Das Einchecken selbst dauerte nur wenige Sekunden, und kurz darauf fand ich mich mit Lukas und Henrik in einem für Jugendherbergen sehr geräumigen Zimmer und war dabei, mein Bett zu beziehen.
Vorher hatten wir noch eine kurze Einweisung von der netten Dame vom Empfang erhalten; sie hatte ein wenig über das Essen und die Hausordnung gesagt, eben solche Sachen wie zum Beispiel die, dass man die Fenster bitte nicht als Türen benutzen solle.
Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir, dass es Essen gab. Das Essen selbst war für Jugendherbergsverhältnisse recht gut. Wir aßen in einem großen Saal, in dem lange Tische standen. Auf einem davon stand ein Schildchen mit der Aufschrift "Gymnasium Burgdorf, Theater AG". Nach dem Essen und einer kleinen Pause ging es auch schon an die Theaterproben. Hochkonzentriert waren wir dabei, und die meisten von uns probten auch bereits in Kostümen.
Kurz darauf gab es Abendessen, ein recht großes Büffet mit Brot, Wurst und Käse. Nach dem Essen wieder Probe. Der Abend zog sich hin, und einige wenige hatten den groben Fehler gemacht, nur wenige Stunden zu schlafen (ich muss zugeben, dass ich dazugehörte).
Der nächste Morgen war schrecklich. In den Gängen wurden Witze über eine kleine Gruppierung gemacht, die bis spät in die Nacht wohl Twister gespielt hat, und das bei erhöhter Lautstärke.
Beim Frühstück wurde viel Kaffee konsumiert, um die Konzentration einigermaßen wieder nach oben zu bringen. Doch so ganz gelang es nicht. Die Proben waren nicht mehr so gut wie am Tag davor, und auch die Texthänger häuften sich.
Die Tage begannen länger zu werden, und die Konzentration erreichte ihren Tiefpunkt dann am Mittwoch, wir hatten dreimal hintereinander den 3. Akt gespielt, und keiner hatte mehr wirklich Lust darauf, doch Frau Reinicke ordnete eine weitere Probe an. Die Folge war, dass wir den 3. Akt in einem solch üblen Getto-Slang spielten, dass sich keiner mehr vor Lachen halten konnte.
Etwa zu der Zeit begann dann auch irgend jemand, die später heilig gesprochenen Papiere der "100 Regeln für den "treuen Metaller" unter die Leute zu bringen. Das sind Regeln, die sich teilweise gegenseitig widersprechen und einem Fan der "guten" Musik "richtiges" Verhalten beibringen sollten. Von da an ging der Spaß in den Freizeitminuten erst richtig los. Aus den Zimmern dröhnte quasi ununterbrochen Metal, Gothic oder wenigstens Punk.
Auch entdeckten wir schließlich den Krökeltisch "richtig": gnadenlose Turniere füllten viele Pausen, und dank der "Kriechen"-Regel hatte auch jeder Teilnehmer Angst vor dem zu hohen Verlieren, denn diese besagte, dass derjenige, der zu null verlor, unter dem Krökeltisch durchkriechen musste, was insofern unangenehm war, als dass sich dort der ganze Staub der gesamten Jugendherberge sammelte, da die Putzfrauen ihn anscheinend darunterfegten.
Lukas begann um diese Zeit eine kleine Feindschaft mit Herrn Borstelmann, da sich dieser als Krökelgott herausstellte. Auch alle Versuche, ihn im Tischtennis zu schlagen, schlugen fehl; erst ein kleines Streetball-Match auf dem matschigen Platz vor dem schiefen Korb brachte ihm eine Niederlage ein. Armer Arne.
Danach wieder Proben. Der Schlafmangel war uns eindeutig anzusehen, und auf den Videos, die von den Proben gemacht wurden, konnte man die Ringe unter den Augen sehen. Dennoch haben wir das sehr lange und schwierige Stück einigermaßen in den Griff bekommen und immerhin einmal vom ersten bis zum vierten Akt durchgespielt. Trotz der Anstrengung (vor allem für die Hauptrollen) hat das Üben Spaß gemacht, und wir sind stolz auf unser Ergebnis! Bis zur Premiere am 1. Juli werden wir es bestimmt schaffen! Vielen Dank an Frau Reinicke und Herrn Borstelmann!
Cornelius Thees, 8F2