Nachdem wir uns an einem normalen Schultagsmontag zur angenehmen Zeit von 9 Uhr vor der Schule getroffen hatten, waren ein paar zeithabende Eltern bereit, uns nach Müden zu fahren. Ja genau, in das niedliche Dorf mit dem winzigen Edeka-Aktivmarkt.
Nun, unsere Umgebung sollte uns später egal sein, denn wie wir merkten: Wo Theaterfreizeit draufsteht, ist auch Theaterfreizeit drin. Und die fing gleich nach dem komplizierten Bettenbeziehen (die Laken waren viel zu groß für die kleinen Matratzen!) an, mit einer ersten Besprechung, dem ersten Mittagessen, der ersten Probe. Und während man sich als Theater-AG-Neueinsteiger schon Gedanken über die vielen verschiedenen Möglichkeiten machte, den Abend zu verbringen, wurde man darüber aufgeklärt, dass das Proben jetzt erst richtig anfing. Es ging weiter bis halb zehn, was den lustigeren Teil des Abends nach hinten verschob und die Nacht um einige Stunden verkürzte.
Dennoch bemühten wir uns in den folgenden Tagen fit und motiviert draufloszuspielen, was uns abends mehr, morgens (Weckdienst kam spätestens um 7.30 Uhr!) weniger gelang. Mithilfe von Frau Reinicke, Frau Miersch und unseren Ex-Mitschülern-und-AG-lern Sören und Arthur arbeiteten wir an den einzelnen Szenen, besonders den liebevollen, verrückten, ernsten oder lustigen (was dann im Grunde alle wären). Am Mittwoch wurden wir auch noch von Arne Borstelmann, einem ehemaligen Referendar unserer Schule, unterstützt, der an den Details und vor allem der Bewegung auf der Bühne feilte und uns einen erheblichen Schritt voranbrachte.
Nicht zu vernachlässigen sind natürlich die Mittagspausen und Abende dieser fünf Tage, die sofort genutzt wurden, um in Müden "Getränke" und Süßigkeiten shoppen zu gehen, auf Laptops Filme zu gucken, sich zu unterhalten und spazieren zu gehen, Ligretto, Poker oder Behinderten-Maumau zu zocken, Sekten zu gründen und auf dem rutschigen Zimmerflur Slight-Wettbewerbe zu veranstalten (die nachts um halb drei bei Frau Miersch allerdings nicht mehr so gut ankamen ...) ;-).
Freitag warteten dann schon wieder die Elterntaxen auf uns und es ging zurück nach Burgdorf.
Alles in allem war die Theaterfreizeit zwar anstrengend, aber dafür auch ziemlich cool, hilfreich und wirklich lustig. Ich fand, es hat echt Spaß gemacht, und mit dieser Meinung bin ich ganz sicher nicht allein. Daher möchte ich mich im Namen aller auch noch einmal ganz herzlich bei Frau Reinicke, Frau Miersch, Herrn Borstelmann und Arthur und Sören für ihre Mühe und das Ermöglichen dieser Fahrt bedanken. Und natürlich auch bei den Eltern, die uns hin- und herkutschiert haben!
Annika Wzietek