Gymnasium Burgdorf

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Probenbericht
Premierenbericht

Die Ratten

Schallende Ohrfeigen und ein totes Kindchen

Die Ratten
Erschütternde Erkenntnis: "Das Kindchen ist tot!"
Der verkrachte Theaterdirektor Harro Hassenreuter
(vorn, gespielt von Ilka de Vries) verkündet die
traurige Botschaft. Blazek

Theater-AG des Gymnasiums führt Hauptmanns "Die Ratten" auf

Mit außergewöhnlichem schauspielerischen Talent bringen die Mitglieder der Theater-AG des Burgdorfer Gymnasiums Gerhart Hauptmanns Stück "Die Ratten" auf die Bühne. Die Hauptprobe der Tragikomödie aus dem Berliner Milieu ist vielversprechend.

Von Matthias Blazek

Burgdorf. "Findest du nicht, Erich, dass das Verhalten der John eigentümlich ist?", fragt Walburga (gespielt von Jasmin Pszolla). Und in der Tat verhält sich Henriette John (Annika Wzietek) sonderbar. Sie wirkt erregt, nervös, braust häufig auf, verteilt Ohrfeigen.

In sauberer Berliner Mundart bietet sie dann aber dem geohrfeigten, immerhin schon 20-jährigen Dienstmädchen Pauline Piperkarcka (Judith Fitz) an, zurückzuhauen: "Hauste mir ins Gesicht, dann isset verglichen." Doch Pauline hat ihre eigenen Sorgen: Ihr neugeborenes Kind ist verschwunden.

Die Theater-AG des Gymnasiums Burgdorf präsentiert ein ausgeklügeltes Katz-und-Maus-Spiel ganz im Sinne Hauptmanns. Der Theaterklassiker sorgt auch heutzutage noch für Spannung.

Zum Inhalt: Auf dem Dachboden einer Berliner Mietskaserne, um die Jahrhundertwende Inbegriff sozialen Elends, hat der verkrachte Theaterdirektor und Maskenverleiher Harro Hassenreuter (Ilka de Vries) seinen Kostümfundus untergebracht und erteilt Schauspielunterricht. Frau John, die im gleichen Haus lebt, soll den Fundus in Ordnung halten. Jedoch geschehen hier Dinge, die das Tageslicht scheuen. Harro Hassenreuter verabredet sich dort heimlich mit seiner Geliebten, und seine minderjährige Tochter Walburga kommt mit ihrem Privatlehrer Spitta zusammen.

Die Schauspieler verkörpern die vielschichtigen Figuren glaubwürdig und überzeugend. Das Stück selbst besticht durch seine Kurzweil und Energie - ein lohnender Abend für Theaterfreunde.


Schüler bewältigen ein schwieriges Stück mit Bravour

Kultur 2: Theater-AG spielt "Die Ratten"

Von Matthias Blazek

BURGDORF. An die Aufführung des schwierigen Gerhard-Hauptmann-Stückes "Die Ratten" hat sich die Theater-AG des Gymnasiums Burgdorf gewagt. Die Darsteller, das Bühnenbild, die Technik - alles passte.

EnsembleChrista Reinicke, die Regie führte, war zufrieden. "Ich bin so stolz", berichtete sie. "Es ist so viel schiefgegangen in der Generalprobe, selbst mit der Technik. Aber man hat mir gesagt, das müsse so sein."

Die Vorführung könnte sich in der Tat sehen lassen. Und leichter Stoff war es wahrlich nicht, wie Hauptdarstellerin Annika Wzietek erklärte: "Am Anfang war das schon sehr schwer, vor allem wegen des berlinerischen Dialektes." Das größte Problem sei aber gewesen, sich in die eigene Rolle einzufinden. Respekt gebührt Wzietek, die erst seit September in der Theater-AG mitwirkt, in der wie für sie zugeschnitten wirkenden Rolle der Henriette John. Zur Abwechslung wolle die Gruppe im Anschluss vielleicht ein lustiges Stück einstudieren, das sei vielleicht einfacher, sagte Wzietek.

Schöne Kostüme, eine tolle Maske und eine professionelle Bühnenausleuchtung trugen zu einem runden Gesamtbild bei. Einmalig zurecht gemacht war die verwitwete Sidonie Knobbe. Auch das Nasenbluten von Johns Bruder Bruno wirkte echt. Selbst der von Henriette John kredenzte Schnaps hatte eine täuschend echte Farbe.

Meike Behrens als zwölfjähriges Mädchen Selma beendete das Stück mit den bewegenden Worten: "Herrjott im Himmel! Mutter John hat sich umgebracht." Yannick Will (Erich Spitta), dessen Ähnlichkeit mit dem deutschen Schauspieler Jan-Josef Liefers nicht zu leugnen war, zitierte 28 Personen auf die Bühne, die am Auftritt beteiligt waren.

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