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Gymnasium Burgdorf |
Von Robert Kolm

Sie pflegen eine deutsch-französische Freundschaft:
Elise Chouquet (12, links), Sara Kuhlgatz (11). Kolm
Burgdorf. Als die damals elfjährige Elise Chouquet am 20. August vergangenen Jahres zu der Burgdorfer Familie Kuhlgatz kam, sprach sie quasi kein Wort deutsch. Nun – ein knappes halbes Jahr später – verfügt sie über fast schon beneidenswerte Fremdsprachenkenntnisse. "Eigentlich sind sechs Monate etwas kurz, ich möchte noch soviel lernen", sagt Elise trotzdem etwas selbstkritisch.
Dabei wollte die junge Französin ursprünglich gar nicht nach Deutschland. Über die Organisation "En Famille" hatte sie sich für einen halbjährigen USA-Aufenthalt beworben. Ihre "Schwester" Sara Kuhlgatz hingegen strebte einen Austausch mit einer britischen Familie an. Nach einigem Hin und Her, dem Abgleichen von Fragebögen und etlichen Gesprächen stand dann aber fest: Elise kommt in die Auestadt. Und bereut hat sie das nicht.
"Ich habe hier soviel erlebt", sagt das Mädchen, das zusammen mit Sara am Gymnasium Burgdorf die Schulbank drückt. "Die Schule ist hier kürzer als in Frankreich", freut sich Elise, deren Schulalltag zuhause erst um 16.30 Uhr endet. Nur ein paar Tage nach ihrer Ankunft hat sie die Schüler der 6c sogar auf ihre Klassenfahrt in den Harz begleitet.
Natürlich gab es zwischenzeitig auch immer mal wieder etwas Heimweh, doch die Wärme in ihrer Gastfamilie hat das schnell vergessen gemacht. Als Elise am 17. September vergangenen Jahres zwölf wurde, gab es auch eine Feier für den Gast.
Sara Kuhlgatz darf ihren zwölften Geburtstag ebenfalls im Ausland feiern. Am 14. Februar wird sie mit ihren Eltern und Elise nach Paris fahren, dort werden die Kinder dann der Familie Chouquet "übergeben".
Dann stehen noch 500 Kilometer Reise in Elises Heimatort Escoire – in der Nähe von Bordeaux – an. "Ein bisschen Bammel habe ich schon", gesteht Sara, die sich aber eigentlich keine Sorgen machen muss: Auf ihrem Halbjahreszeugnis steht im Fach Französisch eine Eins.
HAZ; Anzeiger vom 24.01.06