Gymnasium Burgdorf

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Burgdorf - Ein Stadtrundgang der besonderen Art

Schüler des Gymnasiums nehmen ihr Publikum mit auf eine Reise in die Vergangenheit Burgdorfs

Für 43 Gymnasiasten wird Burgdorf zur Bühne. In den Kursen Musik und Darstellendes Spiel haben die Elftklässler ein Jahr lang einen szenisch-musikalischen Stadtrundgang ausgearbeitet, den sie am Mittwoch, 29. Juni, sowie am 6. Juli, ab 19 Uhr dem Publikum präsentieren wollen. Die Führung beginnt und endet auf dem Spittaplatz.

Von Sybille Heine

StadtrundgangBurgdorf. Den Anstoß für das Projekt gab Burgdorfs 725-Jahr-Feier im vergangenen Jahr. Deutschlehrer Hans-Hubertus Lenz (61) und Musiklehrer Matthias Brandt (32) nutzten die zeitliche Parallelität ihrer Kurse, um das Thema Musikgeschichte und die szenische Gestaltung von historischen Ereignissen in einem ganzheitlichen Unterricht zu verknüpfen.

Herausgekommen ist ein Stadtrundgang, den die Darsteller mit ihrem Publikum unternehmen wollen. An geschichtsträchtigen Orten, zum Beispiel am Brandende oder vor der Alten Rotation des Anzeigers, spielen sie Szenen, wie sie in früherer Zeit dort stattgefunden haben könnten. Mobile Zwischenszenen sorgen für Unterhaltung auf dem Weg zur nächsten Station. Theater und Musik wechseln sich ab und vermischen sich.

"Es geht nicht um die exakte Darstellung historischer Fakten", betonte Hans-Hubertus Lenz. "Wir wollen Geschichte erlebbar machen."

Der Kommentar

Lernen fürs Leben

Von Sybille Heine

Na bitte, es geht doch. Mit guten Ideen und Engagement kann langweiliger Frontalunterricht vermieden und eigenständiges Lernen umgesetzt werden. Gleichzeitig gelingt es den beiden Lehrern, dass Schule ihren Schonraum verlässt und Außenwirkung erzielt. Natürlich erfordert das viel Vorbereitung seitens der Lehrer und selbstständiges Arbeiten der Jugendlichen. Der Nutzen ist unübersehbar: Überall zufriedene Gesichter und Kenntnisse, die niemand so schnell vergisst. Ganz nebenbei haben die Schüler die viel beschworene Teamfähigkeit ausgiebig geübt. Weiter so!

So treten der Räuber Hanebutt und seine Männer in schwarzen Anzügen mit Sonnenbrillen auf, und eine Gerichtsszene erinnert an die Serie mit Richterin Barbara Salesch bei einem privaten Fernsehsender.

Die Schauplätze haben die Schüler selbst gewählt und die entsprechenden Szenen in Gruppen erarbeitet. Jeder musste im Team alles machen – vom Text über Rollenbesetzung, Regie bis zu den Requisiten. Aus Improvisationen entstanden die fertigen Szenen.

Die Musikauswahl richtete sich nach den musischen Fähigkeiten der Schüler und dem Zeitfenster der Spielszenen. Folklore, Pop und Kirchenmusik markieren die Eckpunkte des Spektrums. "Das Projekt hat es mir ermöglicht, Musikgeschichte praxisnah zu vermitteln", erläuterte Brandt zufrieden.

Karten für die Stadtrundgänge gibt es im Vorverkauf für vier Euro im Schreibwarengeschäft Bleich an der Braunschweiger Straße und natürlich im Gymnasium Burgdorf am Berliner Ring. Sechs Euro kosten die Karten dann am jeweiligen Veranstaltungsabend vor den Aufführungen auf dem Spittaplatz.

HAZ, 22.06.05


Die Umfrage

Was war toll bei diesem Theaterprojekt?

Stadtrundgang
Szenisch-musikalischer Stadtrundgang

Die Zusammenarbeit in den Gruppen und der Gruppen miteinander hat ganz viel Spaß gemacht. Außerdem war es interessant, die verschiedenen Szenen nach einem Rundgang durch Burgdorf selbst zu entwickeln.

Ewa Günzle (18), Klasse 11 C

Ich fand vor allem den geschichtlichen Aspekt spannend. Wir haben viel darüber gelernt, wie das Leben früher in Burdorf war. Durch die szenische Gestaltung konnte ich mir alles viel besser vorstellen.

Nadine Glinka (18), Klasse 11 D

Ich fand gut, dass wir die Texte selbst geschrieben haben und die Szenen eigenständig entwickeln konnten. So ist sehr viel von unserer eigenen Kreativität in die Arbeit eingeflossen.

Philip Neiß (18), Klasse 11 C

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