Am diesjährigen Ungarnaustausch, der vom 23.-30. September 2009 in Veszprém stattfand, nahmen insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs teil. Unter der Leitung von Frau Schulze bereiteten die Jugendlichen den Austausch vor. Begleitet wurden sie von Frau Niehues und Frau Stein.
Herrlich! - Das erste Mal richtig ausschlafen.
Bis 11 Uhr lag ich im Bett und habe gelesen, um 12 Uhr gab es Frühstück. Danach bin ich mit meiner Gastschwester Dorka nach draußen gegangen. Die Sonne hat geschienen, und es waren mindestens 27 Grad, als wir das Bakony Gebirge hinter ihrem Haus erklommen haben.
Oben angekommen genossen wir den Ausblick über Csór, dem Dorf, wo ich zur Zeit des Austausches wohne (1200 Einwohner). Vom Berg aus konnten wir die Grundschule (1.-8. Klasse), zwei Kirchtürme und das Rathaus sehen.
Als wir den Berg hinunter gestiegen sind, sind wir durch die Weinberge gegangen, die sich in den Gärten der Einwohner befanden.
Zuhause angekommen machten wir zusammen Gulasch und Palatschinken (Pfannkuchen). Die Palatschinken waren mit Quark und Rosinen oder mit selbstgemachter Marmelade gefüllt. Gestärkt fuhren wir um 14 Uhr nach Székesfehérvár ins Puppenmuseum, wo auch alte Puppen aus Deutschland zu sehen waren.
Kurz danach waren wir auch schon bei einer alten Uhr, bei der man immer um 16 Uhr ein Glockenspiel bewundern konnte. Es spielte zwei klassische, ungarische Stücke und man konnte sehen, wie die Glocken angeschlagen wurden. Außerdem konnte man die geschnitzten Figuren bewundern, welche aus dem Glockenstuhl herausgefahren kamen.
Nach dem Glockenspiel sind wir noch auf ein Volksfest in derselben Stadt gegangen, dessen Attraktionen nicht den deutschen Sicherheitsvorschriften entsprochen hätten (z.B. ein Kettenkarussell, wo die Kinder in Binsenkörbe hineingesetzt wurden).
Nach einem schnellen Einkauf bei Praktika (es gibt genau die gleichen Läden wie in Deutschland, u.a. Fressnapf, Aldi, New Yorker; einziger Unterschied: Die Läden haben auch sonntags auf), fuhren wir wieder nach Csór und machten uns für eine Messe und ein Erinnerungskonzert von Haydn in Veszprém fertig.
Nach dem Konzert (wir waren um halb 12 zuhause) fiel ich totmüde ins Bett und freute mich schon auf Sonntag.
Von Chantal Kaumann
Samstag haben wir alle mit unseren Gastfamilien verbracht. Alle freuten sich schon darauf, endlich einmal auszuschlafen, doch leider musste ich trotzdem schon relativ früh aufstehen, da wir, das heißt, meine Austauschpartnerin Melanie und ich, uns mit Annika und ihrer Austauschpartnerin Katha in Zirc trafen. Zirc ist eine kleine Stadt ein paar Kilometer von Veszprém entfernt, in der wir wohnten. Dort schauten wir uns verschiedene Sehenswürdigkeiten an, z.B. das Naturkundemuseum, die Basilika und die unter Denkmalschutz stehende Bücherei von Zirc. Danach gingen wir in ein kleines Café, von dem wir uns dann auf den Weg in den botanischen Garten machten. Nachdem wir einen kleinen Spaziergang gemacht hatten kehrten wir wieder nach Hause zurück.
Nach dem Mittagessen trafen wir vier uns dann mit Kristof, mit dem wir gemeinsam eine Fahrradtour machten. Annika und ich waren anfangs etwas überrascht, da wir dachten, wir würden gemütlich durch die Gegend fahren, jedoch stellte sich heraus, dass die Fahrradtour eher einem Fahrradrennen glich, doch als wir endlich mit den Fahrrädern zurecht kamen, hatten wir auch sehr viel Spaß daran. Schließlich kamen wir mit schmerzenden Beinen wieder in Zirc an, nachdem wir zwei Stunden unterwegs gewesen waren.
Doch anstatt gemütlich unter die Dusche zu gehen, fuhren Melanie und ich in ein Dorf in der Nähe, in dem Melanies Verwandten lebten. Dort halfen wir erstmal den Eltern, Onkel und Cousins beim Maisernten, danach fuhren wir zu den Großeltern, die in einem kleinen Haus mit Hühnern, Gänsen, Schweinen und anderen Tieren lebten. Dort durfte ich zugucken, wie die Großmutter eine Gans stopfte, und danach wurde ich selber mit Kuchen und diversem Essen zugestopft. Nach einiger Zeit fuhren wir dann mit den Eltern zu Melanies Tante, die Geburtstag hatte, und wo es noch mehr Kuchen gab. Als wir schließlich am Abend nach Hause fuhren, fiel ich nach dem Abendessen (ja, das gab's auch noch) müde und total satt ins Bett.
Von Claudia Molde
So gesehen begann dieser Tag zunächst nicht anders als jeder andere auch. Ich stand auf, machte mich soweit fertig und ging wie verabredet um 8.30 Uhr zum Frühstück. In der Küche angekommen, schaute ich sicherheitshalber noch mal auf die Uhr. 8.30 Uhr. Das stimmte. Aber wieso zum Teufel liegen Würstchen auf dem Tisch? Mit Ketchup? Um halb neun?!!! Okay, dachte ich mir, andere Kultur- also iss. Machte ich dann auch, obwohl es sehr seltsam war und ich jetzt wohl erstmal keine Würstchen mehr sehen kann.
Diesen Schock verdaut machten wir (wir, das sind: Emokes Vater, Emoke, Monika [das ist Emokes Schwester], Emokes Cousine & ich) uns auf in die Stadt. Meine Gastmutter blieb zu Hause. Dort angekommen gingen wir über einen Biomarkt, der an sich zwar interessant war, sich aber jedoch nicht sonderlich von einem deutschen Markt unterschied. Der Rest empfand den Markt wohl als langweilig, also machten wir uns auf in Richtung Zoo. Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt und wir kamen an. Der Zoo ist wohl kaum vom Aufbau mit unserem in Hannover vergleichbar, jedoch hat er mir sehr viel Spaß gemacht. Wir alberten viel herum und unterhielten uns prächtig. Um halb eins ging es dann aber mit dem Auto letzten Endes dann doch zurück nach Hause, wo wir dann, fix und fertig mit den Nerven bzw. mit den Füßen, von meiner Gastmutter mit einem leckerem Mittagessen empfangen wurden.
Ihr denkt, das wäre genug Programm für einen Tag?! Ja? Ich auch, aber nichts da. Nach dem Mittagessen ging es so ziemlich direkt weiter. Dieses Mal blieb mein Gastvater zu Hause und meine Gastmutter kam mit. Unser neues Ziel: Abenteuerpark. Nach etwa 25 Minuten Autofahrt kamen wir auch an. Im Park marschierten wir zunächst ziemlich direkt in Richtung "Hochseilgarten". Wir stellten uns also an, um einen Sicherheitsgurt zu bekommen. Dann hieß es warten …und warten …und noch länger warten. Doch nach etlichen Minuten bekamen wir unsere Gurte dann auch. Anschließend wurde uns erklärt, wie man sich sichern muss. Auf ungarisch, versteht sich. Ich verstand nicht sonderlich viel, ein wenig vielleicht, dank der Gesten. Also dachte ich mir, fragst du Emoke danach noch mal, die wird’s dir schon erklären können. Aber Pustekuchen. Sie, wie auch ihre Schwester und ihre Cousine hatten auch nicht viel verstanden (meine Gastmutter bevorzugte es, peinliche Fotos zu machen), zum einen, weil die Frau nicht gut erklären konnte, zum anderen, weil sie wohl so schnell gesprochen hat, dass noch nicht einmal eine reelle Chance bestand, sie zu verstehen. Somit durfte mir Johanna Z. quer durch den Wald rufend alles erklären. Dann ging es auch endlich los. Das Klettern war schneller vorbei, als man dachte und wollte, aber es hat verdammt viel Spaß gemacht, und wir haben viel gelacht. Wir machten mehrere Parcours, und am Ende ging es über den See, das trauten sich aber nicht alle. Ich schon, es war wirklich sehr witzig. Nun war es aber auch schon halb sieben, also machten wir uns langsam auf in Richtung Ausgang. Einen Zwischenstopp legten wir aber noch ein: Meine kleine Gastschwester Monika wollten in eine Art "Riesenwasserball", d.h. sie saß darin in Luft und wurde auf den See gestoßen, da konnte sie dann versuchen aufzustehen oder andere Kunststücke vollführen, die jedoch nicht gelangen. Daraus folgte, dass sie oft hinfiel, was wir sehr lustig fanden. Letzten Endes verließen wir den Park um kurz nach sieben.
Wieder zu Hause schauten wir uns die Fotos, die meine Gastmutter von uns gemacht hat, an und aßen anschließend. Alle waren sehr müde und kaputt, also ging es anschließend ins Bett, damit man morgen wieder fit war.
Dann sag ich mal: Gute Nacht!
Von Jaqueline Alker