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Latein – Hier geht‘s zur Zeitreise!

Mit Latein begibt man sich auf eine Spurensuche nach den Ursprüngen unserer europäischen Kultur. Folgende Bereiche der Antike haben unsere heutige Welt geprägt:

  • die Lebensweise der Römer
  • die lateinische Sprache
  • die römische Denkweise

I. Die Lebensweise der Römer

ColosseumMit dem Colosseum besaßen die Römer einen Vorläufer unserer modernen Fußballstadien – allerdings mit weitaus dramatischeren und blutigeren „Darbietungen“.

 

 

 

 

Ihrer Freizeit genossen unsere Römer in Spaßbädern mit Umkleidekabinen, Schwimmbecken, Saunen und Fitnessbereichen.

MurmelDie Kinder vertreiben sich die Zeit mit Würfel- und Murmelspielen.

 

 

 

 

 

TempelIhren Göttern erbauten die Römer prächtige Tempel, deren Säulenarchitektur Vorbild vieler späterer repräsentativer Gebäude wurde.

 

 

 

 

II. Die lateinische Sprache

Viele lateinische Vokabeln haben bis heute „überlebt“. Wer genau hinsieht, kommt ihnen auf die Spur: 15 romanische Sprachen gehen auf Latein zurück, darunter Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch.
https://de.wikipedia.org/wiki/Romanische_Sprachen
  • Latein: amica mea (meine Freundin)
  • Italienisch: la mia amica
  • Spanisch: mi amiga
  • Französisch: mon amie
Ungefähr 60 % aller englischen Vokabeln gehen auf einen lateinischen Ursprung zurück.
http://www.altesprachen.de/latein/fremdsprachen.htm
  • Latein: defendere (verteidigen)
  • Englisch: to defend
  • Latein: tabula (Tisch)
  • Englisch: table
Auch deutsche Fremdwörter werden verständlicher, wenn man ihren lateinischen Ursprung kennt.http://www.altesprachen.de/latein/deutsch.htm
  • Latein: sol (Sonne)
  • Fremdwort: Solarium
  • Latein: offendere (angreifen)
  • Fremdwort:Offensive

 

III. Römische Denkweise

Zahlreiche literarische Werke vermitteln uns einen Eindruck von den Weltvorstellungen der Römer, die die Grundlage unserer abendländischen Kultur bilden. Spannend ist der Vergleich zwischen Antike und Gegenwart:

Wer wissen möchte, welche Gefühle auch schon vor 2000 Jahren einen Menschen in Sachen Liebe plagen konnten, braucht nur bei Ovid nachzulesen. Ein Liebhaber ist entsetzt über die Treulosigkeit seiner Freundin:
Sic ego nec sine te nec tecum vivere possumet videor voti nescius esse mei.Aut formosa fores minus aut minus inproba, vellem. (Amores, III 11b)

So kann ich weder ohne dich noch mit dir leben

und weiß anscheinend gar nicht mehr, was ich will. Ich wünschte, du wärest entweder weniger schön oder weniger lasterhaft.

Bereits Caesar wurde von Karrierismus geplagt. Unersättlicher Geltungswahn und Streben nach Macht trieben ihn dazu, ganz Gallien zu erobern und anschließend seine Heldentaten „werbeträchtig ins Netz zu stellen“ (= ein Werk über seinen Eroberungsfeldzug zu verfassen). Bei der Verfolgung seiner gallischen Feinde, der Helvetier, beweist Caesar strategisches Geschick und technische Überlegenheit: Ihm gelingt es, in einem Tag eine Brücke zu erbauen, wozu die Helvetier 20 Tage gebraucht hatten:
Hoc proelio facto reliquas copias Helvetiorum, ut consequi posset, pontem in Arari faciendum curat atque ita exercitum traducit.

Nach dieser Schlacht ließ er (Caesar) eine Brücke über die Arar bauen, um die übrigen Truppen der Helvetier verfolgen zu können, und setzte so das Heer auf die andere Flussseite über.

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen…werde.“ Dieser Amtseid aus Artikel 56 des deutschen Grundgesetzes geht auf Cicero zurück, der sich vor fast 2100 Jahren Gedanken zu der idealen Verfassung eines Staates gemacht hat. Diese Merkmale machen einen Staat überhaupt erst aus:
Populus autem non omnis hominum coetus quoquo modo congregatus, sed coetus multitudinis iuris consensu et utilitatis communione sociatus.(De re publica, I 39)

Ein Volk aber ist nicht jede irgendwie zusammengescharte Ansammlung von Menschen, sondern die Ansammlung einer Menge, die in der Anerkennung des Rechtes und dem Gemeinwohl vereinigt ist.

Stress scheint auch bei den Römern ein bekanntes Phänomen gewesen zu sein. Einen heutzutage etwas ungewöhnlichen Ratschlag gibt uns Seneca: Entziehe dich soweit wie möglich den Stressoren des Berufslebens und verwende deine Zeit auf die Beschäftigung mit Philosophie! Die Arbeit als Jurist kann manchmal sehr trostlos aussehen:
Otium tibi commendo, in quo maiora agas et pulchriora quam quae reliquisti: pulsare superbas potentiorum fores, digerere in litteram senes orbos. (Epistulae morales 68, 10)

Ich empfehle dir eine Freizeit, in der du größeren und schöneren Dingen nachgehst als die, die zu zurückgelassen hast: an die Türen hochmütiger Chefs zu klopfen und kinderlose Rentner in Erbschaftslisten einzutragen.

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