Gymnasium Burgdorf

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Klassenfahrt nach Berlin

Nach monatelanger Vorfreude war es am 7. April 2008 endlich soweit: Um 10 Uhr hatte sich die ganze Klasse am Bahnhof in Burgdorf versammelt, um ihre Reise in die deutsche Hauptstadt anzutreten. Mit dem Zug ging es also nach Berlin, wo wir am neuen Hauptbahnhof von einem Begrüßungsscout herzlich empfangen wurden. Wir bekamen jeder einen Stadtplan ausgehändigt, damit wir uns auch alleine in Berlin zurechtfinden konnten. Unsere Koffer wurden von einem Transportdienst schon zum Jugendgästehaus gebracht, da wir noch alle mit der Bahn ins Zentrum gefahren sind. Alle gingen natürlich erst einmal die unzähligen Geschäfte erkunden, und als wir uns gegen 3 Uhr alle an der Gedächtniskirche, die in dieser Woche zu unserem Haupttreffpunkt wurde, trafen, hatte so gut wie jede/r schon eine Einkaufstüte in der Hand.

Brandenburger TorWir fuhren dann mit dem Bus vom Zentrum nach Grunewald, wo wir für die Dauer einer Woche in einem Jugendgästehaus untergebracht waren. Die Fahrt nach Grunewald war für alle erstmal etwas Besonderes, alle klebten an der Fensterscheibe, als hätten sie noch nie eine große Stadt gesehen. Und als wir dann in das noble Villenviertel Grunewald einfuhren, waren wir kaum noch zu halten. Alles sah hier sehr luxuriös aus, an uns fuhren edle Autos wie Porsche oder Ferrari vorbei. Und die Häuser erst ... Die Aufregung stieg - wie wird wohl das Gästehaus aussehen? Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass unsere Unterkunft alle Vorstellungen, die wir hatten, übertroffen hat. Die Zimmer waren sehr gemütlich eingerichtet, teilweise dreistöckig. Sogar einen eigenen Balkon mit Seeblick hatten wir. Optimale Voraussetzungen für eine tolle Woche.

Nachdem alle ausgepackt hatten, ging es mit dem Bus wieder ins Zentrum, wo wir alle etwas aßen. Danach holte uns ein Scout zu einer Führung durch das Berliner Nachtleben ab. In zwei Gruppen erkundeten wir Kult-Clubs wie das Berliner "Tacheles" und sahen, dass Berlin eine Stadt der Gegensätze ist, worauf aber später noch näher eingegangen wird. Schade war nur, dass es den ganzen Abend geregnet hat, aber alles in allem war es ein sehr gelungener erster Tag.

OlympiastadionAm Dienstag wurden wir morgens direkt vor unserem Gästehaus von einem Bus abgeholt, mit dem wir im Rahmen einer Stadtrundfahrt Berlin besichtigten. Drei Stunden lang sahen wir beinahe alle Sehenswürdigkeiten dieser wunderschönen Stadt, und diesmal kamen sogar die Jungs auf ihre Kosten, als wir am Olympiastadion hielten und uns daraufhin eine Automobil-Ausstellung ansahen. Wir hatten einen so netten Busfahrer, der sogar zwischenzeitlich an einem Discounter anhielt, da einige sich noch mit Getränken versorgen wollten.

Nach der Stadtrundfahrt hatten wir wieder Zeit, in der Stadt etwas zu essen, bevor wir uns dann allmählich alle am I-Max 3D-Kino einfanden. Wir sahen den Film "Wale und Delfine", und bei dem schummerigen Licht und den gemütlichen Sitzen im Kino fielen einigen zwischenzeitlich die Augen zu. Nach dem Film hatten wir noch bis 22 Uhr Zeit, in Vierergruppen die Stadt unsicher zu machen.

Am Mittwoch stand wieder ein Stadtrundgang an, mit demselben Scout von Montagabend, der uns das Nachtleben gezeigt hatte. In Zweiergruppen ging es nun zum Bahnhof Zoo, wo wir uns auch einmal mit den "Abgründen" Berlins beschäftigten, denn wie schon erwähnt, Berlin ist eben nicht nur eine schillernde Metropole, sondern auch eine Stadt der Bettler und Drogenabhängigen. Und es war auch mal interessant, die andere Seite zu sehen.

Gegen Nachmittag besuchten wir "The Story of Berlin", ein multimediales Museum zur Berliner Geschichte. Vom "Hauptmann von Köpenick" bis zum Mauerfall fühlte man sich zurückversetzt in die Vergangenheit.

Am Abend folgte dann der absolute Höhepunkt der Woche: die "Blue Men Group". Wir alle gingen ziemlich verunsichert in das Theater am Potsdamer Platz, weil sich keiner wirklich etwas unter blauen Männern vorstellen konnte. Als wir dann auch noch blaue Schutzkleidung überziehen mussten, da wir ganz vorne saßen, bekamen wir teilweise ein echt mulmiges Gefühl. Aber die Show war echt fantastisch. Diese blauen Männer schafften es ohne Stimme, dafür aber mit viel Farbe, den ganzen Saal zu begeistern. Zu viel will ich aber nicht verraten, man muss sich die Show schon selbst ansehen. Später konnten manche sogar noch Fotos mit den Männern ergattern, bevor es dann zurück ins Gästehaus ging.

Donnerstag war der letzte Tag unserer kleinen Reise, und die Zeit verging eigentlich viel zu schnell. Wir fuhren zum Reichstag, wo wir nach einer Sicherheitskontrolle im Gebäude herumgeführt wurden. Wir hatten das Glück, dass gerade eine Sitzung im Plenum stattfand, sodass wir tatsächlich einen Blick auf Frau Merkel und ihre Minister werfen konnten. Im Sitzungssaal der SPD ließen wir uns dann nieder, und ein echter Abgeordneter, Dr. Matthias Miersch, welcher der Zwillingsbruder von Frau Miersch ist, gab uns interessante Einblicke in die Aufgaben eines Abgeordneten.

Was darf nicht fehlen, wenn man im Reichstag ist? Richtig! Die Begehung der Glaskuppel. Auch das wurde noch erledigt, dann ging es zum Brandenburger Tor, wo wir noch Fotos machen konnten. Nach einer Begehung des sehr eindrucksvollen Holocaust-Mahnmal und einer kurzen Pause in der Stadt fuhren wir zum Gästehaus zurück, wo dann auch schon das große Packen anfing.

Wir machten aus, dass wir uns - wie fast immer - an der Gedächtniskirche treffen, aber da Mädchen ja immer etwas länger brauchen, kamen einige zu spät. Fast sollte unser Disko-Besuch abgesagt werden, aber da wir zwei so nette, verständnisvolle Lehrerinnen dabei hatten, durften wir doch noch in die Disko "D-Light". Es ist eine Jugenddisko, weshalb unsere Erwartungen erst nicht so hoch waren, dann aber übertroffen wurden. Die Musik war genau unser Geschmack, und die Räumlichkeiten waren perfekt zum Tanzen. Als wir dann auch noch von der 10 F1, die derweil in München waren, erfuhren, dass Bayern ganz knapp den FC Getafe aus dem UEFA-Cup geworfen hatte, war der Abend perfekt. Mann, fielen wir abends müde ins Bett!

Gruppenfoto

Am Freitag hieß es dann Abschied nehmen von Berlin. Früh mussten wir aufstehen, schnell frühstücken, und dann ging es auch schon los. Beinahe hätten wir unseren Zug verpasst, aber wir hatten Glück, gerade so schafften wir es noch. Auf dem Bahnsteig dann die schlechte Nachricht: Unser eigentlicher Zug wurde nachts durch Steinwurf beschädigt, sodass wir einen Ersatzzug nehmen mussten. Eigentlich nicht schlimm, aber dadurch fielen unsere Reservierungen weg. So kam es, dass wir die ganze Zugfahrt nach Hannover mitten auf dem Gang stehen bzw. sitzen mussten. Da es ja nur für knapp zwei Stunden war, ließ es sich aber aushalten. Gegen Mittag kamen wir dann in Burgdorf an, müde, aber sehr glücklich über diese schöne Woche.

An dieser Stelle möchten wir uns noch mal ganz herzlich bei Frau Schulze und Frau Miersch bedanken, die das alles organisiert und uns ertragen haben. Vielen Dank für eine solch schöne Woche!

Lisa Habeck, 10 F2

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