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Einer flog über das Kuckucksnest

Die Handlung

Einer flog über das Kuckucksnest“ basiert auf dem Kinderreim „Drei Gänse im Flug. Eine nach Ost, Eine nach West, Und eine flog über das Kuckucksnest.“ und beinhaltet den Grundkonflikt zwischen Freiheit und Gefangenschaft: Hier wird die Möglichkeit angedeutet, der Gefangenschaft, dem Irrenhaus (= dem Kuckucksnest, denn „cuckoo“ bedeutet „verrückt“) zu entkommen.

Eigentlich hatte der lebenslustige Kleinganove, Draufgänger und Glücksspieler Randle Patrick McMurphy gehofft, durch die Einweisung ins Irrenhaus den Anstrengungen des Arbeitslagers zu entgehen, wo er noch den Rest einer Haftstrafe zu verbüßen hätte. Doch die Anstalt ist alles andere als ein angenehmer Ort. Hinter der Fassade einer so genannten demokratischen, therapeutischen Gemeinschaft entpuppt sie sich als unmenschliches, perfekt funktionierendes System von Unterdrückung und Manipulation, dem alle Insassen hilflos ausgeliefert sind. Diese Menschen, die – meist freiwillig – hierher kamen, weil sie „draußen“ aufgrund seelischer Verletzungen (traumatische Erlebnisse z.B. im Elternhaus, in der Ehe, im Krieg) nicht funktionierten, sind Opfer eines brutalen Machtapparats, der jede individuelle Regung untersagt. Wer nicht bereit ist zu bedingungsloser Anpassung, wird durch Medikamente und Elektroschocks ruhiggestellt. Extremstes Machtmittel gegen Widerstand ist die Lobotomie, eine Gehirnoperation, die den Patienten völlig unschädlich macht.

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Das Regiment in dieser Anstalt führt Schwester Ratched, äußerlich die Freundlichkeit selbst, aber von allen gefürchtet, selbst vom schwächlichen Anstaltsarzt Dr. Spivey und den Pflegern Warren und Williams.

McMurphy beginnt nach und nach, die entwürdigenden Methoden dieses Regimes zu durchschauen. Er ist nicht bereit sich anzupassen, sondern beginnt zu rebellieren und eine menschenwürdige Behandlung einzufordern. Mit viel Phantasie und Willenskraft zieht er seine Mitpatienten auf seine Seite, um sie zu Widerstand und Kritik zu befähigen.

Bildergalerie

Darsteller

Häuptling Bromden, Patient Sören Wilke (13.Jg.)
Pfleger Warren Jonas Hußmann (11.Jg.)
Pfleger Williams Gregory Mouanga (13.Jg.)
Schwester Ratched, Leiterin einer Nervenheilanstalt Christine Fitz (12.Jg.)
Schwester Flinn Jasmin Pszolla (10. Jg.)
Dale Harding, Patient Henrik Kröger (13.Jg.)
Billy Bibbit, Patient Edmund Fitz (13.Jg.)
Scanlon, Patient Yannick Will (11.Jg.)
Cheswick, Patient Frederik Scholz (10.Jg.)
Martini, Patient Lukas Lübbersmeyer (10.Jg.)
Ruckly, Patient Kilian Menzel (10.Jg.)
Mr. Miller, Patient Artur Wachtel (Abitur 2006)
Randle P. McMurphy, neuer Patient Klaas Hagemann (13.Jg.)
Dr. Spivey, Anstaltsarzt Conny Thees (10.Jg.)
Pfleger Turkle Artur Wachtel (Abitur 2006)
Candy Starr, Prostituierte, „Freundin“ von McMurphy Kirsten Ebeling (11.Jg.)
Sandra, Prostituierte, „Freundin“ von McMurphy Julia Badstübner (11.Jg.)

 Mitwirkende hinter der Bühne

Beleuchtung/Technik/Musik Nils Janßen, Jan Hansmann (10.Jg.)
Programmheft Christa Reinicke
Plakatgestaltung Hans-Jörg Reinicke
Maske Lena Loock, Kira Baule (11.Jg.)
Regieassistenz Stefanie Miersch
Regie Christa Reinicke

Premiere ist ein voller Erfolg

BURGDORF. Der eine führt seinen imaginären Freund spazieren, der andere ist ein Stotterer und der nächste kollabiert, wenn er in die Nähe einer schönen Frau kommt: Verrückt sind die Insassen der Irrenanstalt Kuckucksnest nicht wirklich. Sie haben nur ihre Macken -und den Kampf ums Überleben im System der Beruhigungspillen bereits aufgegeben. Bis Neuzugang Randle P. McMurphy den Laden aufmischt. Die Theater-AG des Burgdorfer Gymnasiums hat mit der Bühnenfassung des Romanklassikers „Einer flog über das Kuckucksnest“ am Donnerstagabend eine gelungene Premiere hingelegt. Die 250 Zuschauer in der Aula des Gymnasiums begeisterte vor allem der Humor, mit dem die 19 Schüler ihre Rollen spielten. tin

 in: Anzeiger, Burgdorf & Uetze, Sonnabend, 9. Juni 2007

Die Autoren

Ken Kesey (1935 – 2001), Angehöriger der Hippie-Generation, wurde 1959 zu seinem Roman „Einer flog über das Kuckucksnest“ (engl.: „One Flew Over The Cuckoo’s Nest“) inspiriert, als er am Veterans Hospital im kalifornischen Menlo Park als Aushilfe in der Psychiatrieabteilung arbeitete. Die Verfilmung seines Romans im Jahre 1975 hat er selbst nie gesehen, bemängelte jedoch, dass der Film nicht, wie das Buch, die Sicht von Chief Bromden darstellt.

In seiner Bearbeitung des Romans für die Bühne berücksichtigt Dale Wasserman (geb. 1917) diesen Aspekt der Perspektive. Er lässt den als taubstumm geltenden Halbindianer Häuptling Bromden seine Gedanken in Kurzmonologen äußern, die an seinen verstorbenen Vater gerichtet sind. Hinweisen möchten wir auf einen weiteren lesenswerten Roman von Heinar Kipphardt: „März“ (1976). Die Geschichte des unglücklichen Anti-Helden Alexander März, die einen realen Hintergrund hat, ist für Kipphardt eine Abrechnung mit der Psychiatrie. Für ihn ist Schizophrenie, sind psychotische Krankheiten letzten Endes sozial verursacht: Sehr sensible Menschen zerbrechen an dem, was Familie und Gesellschaft ihnen antun. Zunächst hatte Kipphardt das Thema in den Jahren 1973-1975 für seinen Film „Leben des schizophrenen Dichters Alexander M.“ bearbeitet, der 1975 im ZDF erstmals ausgestrahlt wurde. 1980 kam es im Düsseldorfer Schauspielhaus zur Uraufführung des Theaterstücks unter dem Titel „März – ein Künstlerleben“.

Methoden der Psychiatrie in der Vergangenheit

Hirnchirurgische Eingriffe zur Verbesserung des psychischen Zustands gibt es seit 1890, als Forscher feststellten, dass aggressive Patienten durch derartige Operationen ruhiger werden konnten. Antonio Egaz Moniz von der Medizinischen Universität Lissabon brachte die Lobotomie auf den Weg. Wenn man bei psychotischen Patienten, die an Zwangsvorstellungen litten, die Nerven, die vom Stirnhirn zum Thalamus verlaufen, durchschnitt, wurde das Problem „kurzgeschlossen“, wie Moniz herausfand. Zusammen mit seinem Kollegen Almeida Lima entwickelte er eine Technik, bei der zwei kleine Löcher an jeder Seite der Stirn gebohrt wurden, dann wurde ein chirurgisches Messer eingeführt und das Stirnhirn vom übrigen Gehirn abgetrennt. Das nannte er Leukotomie, später wurde es als Lobotomie bekannt.

Einige seiner Patienten wurden ruhiger, andere nicht. Moniz empfahl extreme Vorsicht bei der Lobotomie, seiner Meinung nach sollte sie nur angewendet werden, wenn zuvor schon alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft worden waren. Er erhielt 1949 den Nobelpreis für seine Arbeiten zur Lobotomie. 1936 führten Walter Freeman, ein amerikanischer Arzt, und sein Kollege James Watts ihre erste Lobotomie durch. Mit dem Ergebnis war Freeman so zufrieden, dass er noch viele Tausend weitere Eingriffe dieser Art durchführte, er startete sogar eine Propagandakampagne, um den Nutzen der Operation bekannt zu machen. Freeman empfahl diese Prozedur für alles, von der Psychose bis zur Depression, von Neurosen bis hin zur Kriminalität. Zwischen 1939 und 1951 wurden in den USA mehr als 18000 Lobotomien durchgeführt, in anderen Ländern ebenso. 1967 wurde Freeman die Lizenz zur operativen Tätigkeit entzogen. Es gibt noch einige westliche Länder, die die Lobotomie gestatten, obwohl die Anwendung weltweit drastisch zurückgegangen ist. In Deutschland wurden seit den 1970er Jahren keine Lobotomien in der oben geschilderten Weise mehr durchgeführt.

Eines der prominentesten Lobotomie-Opfer war Rosemary Kennedy, die jüngere Schwester des ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy, deren Vater an seiner 23jährigen Tochter Rosemary im Herbst 1941 eine präfrontale Lobotomie durchführen ließ. Die junge Frau, die leichte Lernstörungen aufgewiesen hatte, blieb mit dem Intellekt eines Kleinkindes zurück und verbrachte die ihr verbleibenden 64 Lebensjahre in Pflegeheimen. Ihre Schwester Eunice Kennedy Shriver gründete 1968 zu ihren Ehren die Special Olympics (für Menschen mit kognitiver Behinderung). (aus: Geschichte der Psychologie)

BIB2017

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